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13.10.09
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Warum
Sich-Selbst-Informieren so wichtig ist
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Heute
erhalten Sie einen kleinen Einblick in meine Beratungsarbeit
hinter den Kulissen der Homepage www.schilddruesenguide.de. Es
geht um ein Thema, zu dem ich mit erheblichem Abstand die meisten
E-Mails erhalte, und das betroffene Schilddrüsenpatienten
beschäftigt wie kein anderes. Angesichts meiner persönlichen
Krankheitserfahrungen fällt es mir selbst auch nicht so
leicht darüber zu schreiben und die richtigen Worte zu
finden - Behandlungsfehler.
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Bevor
es losgeht, möchte ich deshalb noch einmal deutlich machen,
dass es mir ausgesprochen wichtig ist mit dieser Internetseite
einen konstruktiven Austausch zwischen Ärzten und Patienten
zum Thema Schilddrüse zu fördern. Mir geht es hier
nicht um eine einseitige Ärzteschelte, sondern ich möchte
an konkreten Beispielen verdeutlichen, welche Fehler in Bezug auf
die Diagnose und Behandlung von Schilddrüsenerkrankungen
geschehen. Fehler, die von Ärzten gemacht werden. Fehler, an
denen die Patienten (teilweise) selbst schuld sind. Fehler, die
vermeidbar gewesen wären. Fehler, die nicht mehr passieren
sollten.
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Nachfolgend
einige anonymisierte Fallbeispiele aus den vergangenen fünf
Jahren:
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Eines
Tages erhielt ich eine E-Mail von einer 42jährigen Frau, die
mir berichtete, dass bei ihr schon seit mehr als 10 Jahren eine
Erkrankung der Schilddrüse bekannt sei. Beschwerden hätte
sie keine, der Schilddrüsenwert sei auch immer noch ganz
gut, so bei 6 oder 7 und sie sei froh, dass sie noch keine
Medikamente nehmen müsste. Aus Altersgründen hätte
ihr Hausarzt jetzt aber seine Praxis an einen jüngeren
Nachfolger übergeben, der ihr sofort ein
Schilddrüsenhormonpräparat verordnet hätte. Ob das
wirklich notwendig wäre, wollte sie von mir wissen. Obwohl
sie sich immer eine große Familie gewünscht hätte,
hätte es mit Kindern nicht geklappt, aber ansonsten wäre
alles gut und sie würde sich abgesehen von gelegentlicher
Müdigkeit und Traurigkeit wegen des unerfüllten
Kinderwunsches wirklich gesund fühlen. - Ich schrieb ihr
über die Zusammenhänge von Schilddrüsenunterfunktion
und Unfruchtbarkeit eine E-Mail. Selbstverständlich darf ich
keine medizinischen Ratschläge geben, aber ich machte doch
deutlich, dass ich die Ansicht ihres Arztes teilen und einen
Behandlungsversuch wagen würde. Nach einem weiteren Gespräch
mit ihrem neuen Hausarzt fing sie an das von ihm verordnete
Schilddrüsenhormonpräparat in niedriger Dosierung
einzunehmen. Sie meldete sich einige Monate später noch
einmal bei mir, um mir mitzuteilen, dass sie zum ersten Mal in
ihrem Leben schwanger sei!
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Sogar
relativ häufig lerne ich Frauen kennen die ihre
Schilddrüsenmedikamente einnehmen ähnlich wie
Kopfschmerztabletten. Wenn sie Beschwerden haben, nehmen sie
einige Tage oder Wochen ihre Tabletten. Wenn es ihnen wieder gut
geht, setzen sie die Tabletten eigenmächtig wieder ab. Viele
dieser Frauen wissen bei Nachfrage nicht einmal was sie für
eine Schilddrüsenerkrankung haben, was das für
Medikamente sind die sie einnehmen und warum sie diese einnehmen
müssen.
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Per
E-Mail schrieb mich eine 55jährige Frau an, die nach eigener
Aussage zeitlebens zuerst phasenweise, dann dauerhaft
psychosomatisch krank gewesen war. Auf Drängen der
schilddrüsenkranken Freundin ihres inzwischen erwachsenen
Sohnes war sie jetzt bei einem Schilddrüsenspezialisten
gewesen. - Diagnose Hashimoto-Thyreoiditis, Behandlung mit
Schilddrüsenhormonen und zum ersten Mal seit mehr als 20
Jahren ginge es ihr besser, sie könnte selbst einkaufen,
Fahrrad fahren und hätte sogar wieder Spaß an der
Gartenarbeit.
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Telefonisch
meldete sich ein Mann bei mir der davon berichtete, dass seine
28jährige Ehefrau in die Psychiatrie eingeliefert worden
wäre. Sie hätte vor sechs Wochen einen schweren
Autounfall gehabt und wäre zunächst in ein ganz
normales Krankenhaus gekommen. Dort wäre es ihr aber von Tag
zu Tag schlechter gegangen. Sie hätte immer nur geweint,
Panikattacken und mehrfach emotionale Ausbrüche gehabt. Die
Ärzte hätten sie mit Medikamenten ruhiggestellt und
jetzt eben in die Psychiatrie überwiesen. Er hätte den
Arztbrief geöffnet, worin aber überhaupt nichts über
die Schilddrüsenerkrankung seiner Frau gestanden hätte.
Daraufhin hätte er im Krankenhaus nachgefragt und die
Antwort erhalten, dass seine Frau ganz andere gesundheitliche
Probleme hätte und die Schilddrüsenhormontherapie jetzt
erstmal nicht so wichtig wäre. - Die Frau nahm vorher über
zwei Jahre täglich 150 µg eines LT-Präparates ein
und die behandelnden Ärzte haben das Medikament einfach so
nach dem Autounfall abgesetzt!
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Erschüttert
hat mich eine Frau, die mich anschrieb, weil ihr einjähriger
Sohn nicht altersgerecht entwickelt wäre. Die Ärzte
hätten irgendwas von Schilddrüsenunterfunktionskrankheit
gesagt. Es stellte sich dann heraus, dass sie selbst auch
schilddrüsenkrank war und mehrere Jahre ein
Schilddrüsenhormonpräparat eingenommen hatte. Als sie
von ihrer Schwangerschaft erfuhr, hatte sie dann aber sämtliche
Medikamente abgesetzt, weil sie Angst hatte, dass die "Chemie"
ihrem ungeborenen Kind schaden könnte.
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Erst
vor wenigen Wochen habe ich gleich von zwei Fällen erfahren
bei denen trotz bekannter Schilddrüsenerkrankung präoperativ
grossflächig jodhaltige Desinfektionsmittel angewendet
wurden. Bei der ersten Patientin wurden die dadurch ausgelösten
Symptome als "psychische Auffälligkeit" abgetan
und bei der zweiten Patientin kam es als Folge zu massiven
Atembeschwerden sowie Herzproblemen.
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Ich
möchte die geschilderten "Fälle" ganz bewusst
nicht bewerten. Das steht mir auch nicht zu. Aber damit Ihnen so
etwas nicht passiert:
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Bitte
informieren Sie sich über Ihre Schilddrüsenerkrankung.
Nicht nur bei Ihrem Arzt oder lückenhaft in einem einzigen
Internetforum, sondern lesen Sie auf mehreren Internetseiten,
kaufen Sie sich einige Schilddrüsenbücher und tauschen
Sie sich in einer Selbsthilfegruppe aus.
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