Sorgfältige
Dokumentation des Gesundheitszustandes
Bei den autoimmunen
Schilddrüsenerkrankungen Morbus Basedow und
Hashimoto-Thyreoiditis handelt es sich um sehr komplexe
Krankheitsbilder, die für die vielfältigsten
Krankheitssymptome ursächlich verantwortlich sein können.
Erschwerend kommt noch hinzu, dass sie weitere
Begleiterkrankungen mit ähnlichen Beschwerden nach sich
ziehen können. Vielen Schilddrüsenpatienten fällt
deshalb nicht nur die Abgrenzung der einzelnen Symptomkomplexe
schwer, sondern sie sind - insbesondere wenn die ärztliche
Betreuung unzureichend ist (und das ist sie leider sehr oft) -
mit der langwierigen medikamentösen Einstellung überfordert.
Auch wenn so ein
Beschwerdetagebuch zunächst zeitaufwendig erscheint, es ist
wichtig, wenn man sich mehr Klarheit über die eigene
Situation verschaffen will.
Körpertemperatur
Mit dem Messen der
basalen Körpertemperatur erhält man wichtige Hinweise
auf das Vorliegen einer Hypothyreose.
- Liegt die
Durchschnittstemperatur unter 36,4 °C, liegt eine
Schilddrüsenunterfunktion vor.
- Liegt die
Durchschnittstemperatur zwischen 36,6 und 36,8 °C, besteht
die Möglichkeit, dass eine Hypothyreose vorliegt.
- Liegt die
Durchschnittstemperatur über 36,8 °C, liegt keine
Schilddrüsenunterfunktion vor.
Die basale
Körpertemperatur unterliegt ausserdem Schwankungen im
Monatszyklus und kann deshalb wichtige Hinweise bei
Zyklusstörungen oder unerfüllten Kinderwunsch geben.
Von der Regelblutung
bis zum Eisprung ist die basale Temperatur niedrig. Kurz nach dem
Eisprung steigt die Basaltemperatur um bis zu einem halben Grad
an (z.B. von 36,5 °C auf 37 °C) und bleibt bis zur
nächsten Regelblutung erhöht.
Wenn Beschwerden nur
zu bestimmten Zeiten im Monatszyklus
auftreten, kann dies ein wichtiger Hinweis auf das Vorliegen
einer Störung der Sexualhormone sein. Eisenmangelsymptome
treten verstärkt gegen Ende bzw. unmittelbar nach der
Regelblutung auf.
Beschwerden
Im Rahmen dieser
Internetseite finden Sie Informationen zu
Schilddrüsenerkrankungen und weiteren damit im Zusammenhang
stehenden Krankheitsbildern. Die wichtigsten Beispiele:
Wenn trotz Therapie
mit Schilddrüsenmedikamenten einige Beschwerden unverändert
bestehen bleiben, sollten diese immer ärztlich abgeklärt
werden!
Blutdruck
und Puls
Der Blutdruck eines
gesunden Menschen beträgt optimalerweise 120 : 80. Der erste
(systolische) Wert misst das Zusammenziehen der Herzkammern,
wodurch das Blut in den Kreislauf gepumpt wird. Der zweite
(diastolische) Wert misst die Ruhephase des Herzens, in der sich
die Herzkammern mit Blut füllen. Von einem Bluthochdruck
(Hypertonie) spricht man bei Werten, die dauerhaft über 140
: 90 liegen. Der niedrige Blutdruck (Hypotonie) ist durch ständig
unter 85 : 65 erniedrigte Werte gekennzeichnet. Typischerweise
tritt bei einer Schilddrüsenunterfunktion ein diastolischer
Bluthochdruck (z. B. 140 : 110) auf, während es bei einer
Überfunktion der Schilddrüse zu einem systolischen
Bluthochdruck (z. B. 140 : 70) kommt.
Der normale Puls
liegt bei etwa 80 Schlägen pro Minute. Ein ständig sehr
langsamer Puls mit unter 60 Schlägen pro Minute wird als
Bradykardie (häufig bei Schilddrüsenunterfunktion), ein
bereits in Ruhe sehr schneller Puls mit über 100 Schlägen
pro Minute wird als Tachykardie (oft bei
Schilddrüsenüberfunktion) bezeichnet. Es ist nicht
ungewöhnlich, dass Blutdruck und Puls im Tagesverlauf
schwanken, beispielsweise bei Stress deutlich erhöht sind.
Einmalig erhöhte oder erniedrigte Werte sind deshalb kein
Grund zur Beunruhigung.
Bei einer
Schilddrüsenunterfunktion nimmt an typischerweise an Gewicht
zu, während es im Rahmen einer Schilddrüsenüberfunktion
zu einer Gewichtsabnahme kommt.